Okay, neues Label. "Story Seed".
Soll heißen, eine grundlegende Idee, aus der man eventuell eine Geschichte, eine Mythopoeia, einen Hintergrund oder so etwas Ähnliches basteln könnte. Eben Seed. Muss noch wachsen. Hier zur freien Verwendung, falls sich jemand bemüßigt fühlt, die eigentliche Arbeit zu erledigen.
Heute: Science-Fiction.
Also nehmen wir eines der bekanntesten Probleme für gutes Storytelling in Geschichten über Zukunft, Weltraum und fahrende Mülltonnen, die "Bip" machen: Lichtgeschwindigkeit.
Die Physiker sind da recht deutlich. Drüber geht einfach nicht. Nicht so leicht, zumindest. Nicht mit einer zimmergroßen, blau leuchtenden Requisite oder einem Knopf, der die Sterne zu Streifen werden lässt. Theoretische Lösungen bewegen sich eher im Rahmen von "und dann nehmen wir unendlich viel exotische Materie, um das sich schnell drehende schwarze Loch stabil zu halten, während alle Energie im Universum ... "
Und das ist ein Problem, ein Problem für Geschichten, die Handlungsorte, Handlungszeiten, Geschwindigkeiten haben, die in einem menschlichen Rahmen spielen. Oberhalb einer gewissen ... Fremdartigkeit bricht der Kontakt zwischen Leser und Story zusammen, und daher werden nicht viele Geschichten über ein hundert Meilen langes Computersystem geschrieben, das zehntausend Millennien damit verbringt, Planeten zu bewegen, um eine kleine Sonde zur Andromeda zu schießen.
Also, was tun? Maschinen einführen, bei denen die Physiker zu kichern anfangen? Mit den Schultern zucken und "es funktioniert eben" sagen? Vielleicht, aber man kann ja auch damit herumspielen ...
Meine Lösung ist vielleicht vom "magischen Turboantrieb" auch nicht so weit entfernt, was Plausibilität angeht. Aber sie gibt Anlass für Spekulationen über die gesellschaftlichen Folgen von Technologie, und das ist doch der eigentlich interessante Teil ...
Also: Wir nehmen hin, dass es nicht schneller geht als 300.000 km/s. Wir fahren aber trotzdem zu den Sternen, kolonisieren Planeten, bauen Raumstationen, errichten Zivilisationen. Wie? Nun, wir machen uns die Tatsache zunutze dass Objekte, die sich nahe Lichtgeschwindigkeit bewegen, Zeit anders erleben, namentlich, langsamer. Es ist also möglich, zwischen den Sternen hin- und her zu reisen, Nur, dass alle Verwandten und Bekannten längst tot sind, wenn man zurückkehrt.
Also. Was für eine Zivilisation entwickelt sich daraus.
Vielleicht ...
Riesige Flotten von ebenso überdimensionierten Maschinen, die stets so nah an der C-Grenze sind, wie es geht. Ein Reich von Nomaden zwischen den Sonnensystemen, die in Bewegung bleiben müssen, sonst fallen sie aus der (langsamen) Zeit heraus, in der Weltraumfahrer leben. Und die andere Art Mensch, planetengebunden, langsam, stoisch, bodenständig. Langfristige Denker, die nicht mehr mit Veränderungen innerhalb ihrer Lebensspanne rechnen. Regiert von ihren raumfahrenden Cousins (wer den Orbit hat, hat die Macht), die alle Jahrzehnte vorbeikommen, sich ihren Tribut nehmen, und dann in der langsamen Zeit verschwinden. Reiche, die, aus Perspektive der Beherrschten, nur für ein paar Augenblicke existieren. Kriege vielleicht, um Untertanen, die aufwachsen, leben, sterben, ohne ihre Beherrscher je wahrgenommen zu haben.
Ein Handelssystem, das darauf basiert, dass Güter zwischen Sonnensystemen nur sehr selten ausgetauscht werden, dann dafür in riesiger Quantität. Hundert Jahre Produktion für einen Monat Lieferung.Was würde überhaupt gehandelt werden? Wie würden die Menschen auf die Ankunft einer solchen Einmal-im-Leben-Karawane reagieren?
Und für die Sternenmenschen die Option, anzuhalten. Für ein Jahr einfach aus der Welt zu verschwinden, um ... nachzudenken? Reparaturen vorzunehmen? Sich neu zu ordnen? Eine Welt, in der eine befreundete Flotte plötzlich, zwischen zwei monatlichen Begegnungen, zwanzig Jahre erlebt hat. Anhalten, um zu beschleunigen. Beschleunigen, um anzuhalten.
Wie gesagt, es ist nur die Basis einer Idee. Aber mir ist noch nichts Derartiges untergekommen. Vielleicht nimmt sich ja jemand ihrer an ...
Soll heißen, eine grundlegende Idee, aus der man eventuell eine Geschichte, eine Mythopoeia, einen Hintergrund oder so etwas Ähnliches basteln könnte. Eben Seed. Muss noch wachsen. Hier zur freien Verwendung, falls sich jemand bemüßigt fühlt, die eigentliche Arbeit zu erledigen.
Heute: Science-Fiction.
Also nehmen wir eines der bekanntesten Probleme für gutes Storytelling in Geschichten über Zukunft, Weltraum und fahrende Mülltonnen, die "Bip" machen: Lichtgeschwindigkeit.
Die Physiker sind da recht deutlich. Drüber geht einfach nicht. Nicht so leicht, zumindest. Nicht mit einer zimmergroßen, blau leuchtenden Requisite oder einem Knopf, der die Sterne zu Streifen werden lässt. Theoretische Lösungen bewegen sich eher im Rahmen von "und dann nehmen wir unendlich viel exotische Materie, um das sich schnell drehende schwarze Loch stabil zu halten, während alle Energie im Universum ... "
Und das ist ein Problem, ein Problem für Geschichten, die Handlungsorte, Handlungszeiten, Geschwindigkeiten haben, die in einem menschlichen Rahmen spielen. Oberhalb einer gewissen ... Fremdartigkeit bricht der Kontakt zwischen Leser und Story zusammen, und daher werden nicht viele Geschichten über ein hundert Meilen langes Computersystem geschrieben, das zehntausend Millennien damit verbringt, Planeten zu bewegen, um eine kleine Sonde zur Andromeda zu schießen.
Also, was tun? Maschinen einführen, bei denen die Physiker zu kichern anfangen? Mit den Schultern zucken und "es funktioniert eben" sagen? Vielleicht, aber man kann ja auch damit herumspielen ...
Meine Lösung ist vielleicht vom "magischen Turboantrieb" auch nicht so weit entfernt, was Plausibilität angeht. Aber sie gibt Anlass für Spekulationen über die gesellschaftlichen Folgen von Technologie, und das ist doch der eigentlich interessante Teil ...
Also: Wir nehmen hin, dass es nicht schneller geht als 300.000 km/s. Wir fahren aber trotzdem zu den Sternen, kolonisieren Planeten, bauen Raumstationen, errichten Zivilisationen. Wie? Nun, wir machen uns die Tatsache zunutze dass Objekte, die sich nahe Lichtgeschwindigkeit bewegen, Zeit anders erleben, namentlich, langsamer. Es ist also möglich, zwischen den Sternen hin- und her zu reisen, Nur, dass alle Verwandten und Bekannten längst tot sind, wenn man zurückkehrt.
Also. Was für eine Zivilisation entwickelt sich daraus.
Vielleicht ...
Riesige Flotten von ebenso überdimensionierten Maschinen, die stets so nah an der C-Grenze sind, wie es geht. Ein Reich von Nomaden zwischen den Sonnensystemen, die in Bewegung bleiben müssen, sonst fallen sie aus der (langsamen) Zeit heraus, in der Weltraumfahrer leben. Und die andere Art Mensch, planetengebunden, langsam, stoisch, bodenständig. Langfristige Denker, die nicht mehr mit Veränderungen innerhalb ihrer Lebensspanne rechnen. Regiert von ihren raumfahrenden Cousins (wer den Orbit hat, hat die Macht), die alle Jahrzehnte vorbeikommen, sich ihren Tribut nehmen, und dann in der langsamen Zeit verschwinden. Reiche, die, aus Perspektive der Beherrschten, nur für ein paar Augenblicke existieren. Kriege vielleicht, um Untertanen, die aufwachsen, leben, sterben, ohne ihre Beherrscher je wahrgenommen zu haben.
Ein Handelssystem, das darauf basiert, dass Güter zwischen Sonnensystemen nur sehr selten ausgetauscht werden, dann dafür in riesiger Quantität. Hundert Jahre Produktion für einen Monat Lieferung.Was würde überhaupt gehandelt werden? Wie würden die Menschen auf die Ankunft einer solchen Einmal-im-Leben-Karawane reagieren?
Und für die Sternenmenschen die Option, anzuhalten. Für ein Jahr einfach aus der Welt zu verschwinden, um ... nachzudenken? Reparaturen vorzunehmen? Sich neu zu ordnen? Eine Welt, in der eine befreundete Flotte plötzlich, zwischen zwei monatlichen Begegnungen, zwanzig Jahre erlebt hat. Anhalten, um zu beschleunigen. Beschleunigen, um anzuhalten.
Wie gesagt, es ist nur die Basis einer Idee. Aber mir ist noch nichts Derartiges untergekommen. Vielleicht nimmt sich ja jemand ihrer an ...
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