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Humanistischer Reduktionismus

Facebook, 20.10.2016

https://www.facebook.com/simon.faber.9/posts/1339040309440582

Vielleicht ist es das.
Wir neigen zum Messianismus. Nicht nur in Bezug auf Leute. Mehr noch in Bezug auf Eregnisse, Zeitpunkte, solche Dinge. Wir erwarten von einer Veränderung, dass sie allumfassend ist.
Wenn ich erst den neuen Job habe, habe ich endlich genug Geld.
Wenn Opa Ignatz' Husten endlich weg ist, dann geht es uns allen wieder gut.
Wenn ich nur mit Rickard Stälhardt zusammenkomme, dann geht auch meine Depression endlich vorbei.
Wir erwarten klare, definite Kausalitätsfolgen. Wenn A dann B, dann C. Aber in Wirklichkeit ...
A folgt (vielleicht, ein bisschen), weil C, D, F und Sinus³ zum selben Tag auf Y trafen, aber nur bei Mondstand L und weil P gerade mit I in der anderen Stadt war, und wäre F nicht mit D zusammengetroffen, bevor ... (etc.)
Unsere Wirklichkeit ist graduell, nicht diskret. Veränderungen werden nicht sofort wahrgenommen - sonst würden sie nicht stattfinden. Sie passieren langsam. Und von denen, die doch plötzlich kommen, sind die meisten sehr negativ.
Aber wir sehnen uns nach dem einen großen Ding, der Person, dem Schlusssatz, der Transformation. Und wenn da jemand kommt, der uns glaubhaft versichern kann, so etwas gäbe es, wenn wir nur das Buch kaufen, die Handrückenmassagetherapie buchen, die Stimme abgeben würden ...

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