„Man müsste doch nur …“ „Es wäre so einfach, wenn …“ „Da müsste nur mal einer …“ Hier, genau hier ist die Wurzel. Es spielt keine Rolle, ob der Gedanke von oben nach unten, von rechts nach links, oder eben genau umgekehrt gespielt wird – es ist derselbe. Hier fängt der Weg an (oder vielmehr: Hier liegt eine seiner Quellen), der zu den gewohnten Hässlichkeiten führt, zu den Untaten die, mal verschämt, mal stolz im Namen dieser oder jener Sache getan werden, getan werden müssen, sollen, dürfen. Es ist der Wunsch nach der ordnenden Hand, nach der einfachen Lösung. Aber, mehr noch, es ist ein Trugschluss gegenüber uns selbst. Denn dieser „man“, der da müsste, das sind ja wir, das ist „man“ selbst, vergrößert vielleicht, schöner, härter, mächtiger, aber eben doch unser eigener Blick. Wir meinen, wir sehen von schräg oben auf die Welt, und könnten hineingreifen, richten, ordnen, alles recht zusammenfügen, wenn … Ja, wenn. Wenn denn nur die anderen nicht wären...
Weltenflucht, Mythopoeia und freilaufende Philosophismen