„Man müsste doch nur …“
„Es wäre so einfach, wenn …“
„Da müsste nur mal einer …“
„Es wäre so einfach, wenn …“
„Da müsste nur mal einer …“
Hier, genau hier ist die Wurzel. Es spielt keine Rolle, ob
der Gedanke von oben nach unten, von rechts nach links, oder eben genau
umgekehrt gespielt wird – es ist derselbe. Hier fängt der Weg an (oder
vielmehr: Hier liegt eine seiner Quellen), der zu den gewohnten Hässlichkeiten
führt, zu den Untaten die, mal verschämt, mal stolz im Namen dieser oder jener
Sache getan werden, getan werden müssen, sollen, dürfen.
Es ist der Wunsch nach der ordnenden Hand, nach der
einfachen Lösung. Aber, mehr noch, es ist ein Trugschluss gegenüber uns selbst.
Denn dieser „man“, der da müsste, das sind ja wir, das ist „man“ selbst, vergrößert vielleicht, schöner, härter, mächtiger, aber eben doch unser eigener Blick. Wir meinen, wir sehen von schräg oben auf die Welt, und könnten hineingreifen, richten, ordnen, alles recht zusammenfügen, wenn …
Ja, wenn. Wenn denn nur die anderen nicht wären. Die Dummen,
die Langsamen, die Begriffsstutzigen, die einfach nicht sehen wollen, was „man“
denn nur tun müsste, die einem den Griff, die Hand aus dem Himmel immer wieder
verwehren.
Aber so sehen wir nicht. Wir sehen nicht alles, können gar
nicht alles sehen. Unsere Beschränkungen, unsere Fehlbarkeiten, unsere Grenzen.
Es ist eben nicht klar. Oder vielmehr: Diese Klarheit, dieser feste, eindeutige
Blick von schräg oben, den wir zu haben meinen, ihn hat auch die andere, die
exakt der entgegen gesetzten Meinung ist. Auch für sie ist es so eindeutig,
wenn da nicht dieser begriffsstutzige, dieser dumme …
Und die Dinge, die wirklich so sind, die tatsächlich
eindeutigen, unausweichlichen, offensichtlichen Lösungen, die kommen von ganz
allein. Fast niemand kämpft gegen Waschmaschinen oder Stützverbände oder Telefone.
Um sich wirklich und wahrhaftig von der Realität abzuwenden, braucht es Blasen,
die so zerbrechlich sind, dass sie unter dem ersten, echten Ansturm wieder
zusammenfallen. Sie existieren, ja, aber nur in ihren speziellen Nischen, ohne
jede Hoffnung darauf, zu wachsen. Der Rest ist Diskurs.
Und darum gibt es ihn eben nicht, den einfachen Weg, den
Blick von schräg oben. Wir sehen alle von unten auf die Welt, und was auch
immer wir glauben, es ist nicht wahr.
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