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Projekt Futurum Perfekt 6a: Geld und Adel

Endlich mal wieder Zeit für was Interessantes und vor allem Originelles. Ich fand es bei bestimmten Rollenspielsystemen (hustDSAhust) schon immer störend, dass Charaktere, die angeblich von den wichtigsten und reichsten Familien des Landes abstammen und vornehme Titel tragen, trotzdem jedes Silberstück einzeln umdrehen müssen. Andererseits ist mir auch klar, dass Spieler sich nicht einfach aus jeder Situation herauskaufen können sollten. Ich beanspruche für meine Lösung keine Perfektion, aber, wie gesagt, Originalität

Neben der Verkrüppelungs- und Zustandseigenschaft gibt es (bis jetzt) noch zwei weitere allgemeine, optionale Eigenschaften für Spielercharaktere in PFP. Sie behandeln den Zugriff auf bestimmte Ressourcen, die ein Charakter von Seiten seines Hintergrundes nutzen könnte.
Anders als die vorher beschriebenen Eigenschaften knüpfen sich diese beiden an bestimmte Voraussetzungen.

Noblesse obligé
Diese Eigenschaft können nur Charaktere besitzen, welche aus der Klassengesellschaft der alten Erde sowie ihrer Kolonien stammen. Sie kann auch nur von bestimmten Charakterklassen gewählt werden - das wird dann bei jeder einzelnen festgehalten.
Wählt ein Charakter diese (optionale) Eigenschaft bei seiner Generierung, so entstammt er nun der oberen Klasse seiner jeweiligen Heimatgesellschaft. Er hat dadurch Zugriff auf eine bestimmte Menge an Ressourcen - für gewöhnlich Geld. Wie genau dieser Status beschaffen ist, kann der Spieler frei bestimmen. Die einzige Konstante ist ein entsprechendes Vermögen, vielleicht in Familienbesitz oder durch eine Privatfirma oder ein verpflichtungsloses Amt - je nach Gusto.
Um das zu repräsentieren, gibt es den Vermögenswert:
Die Eigenschaft hat einen Wert von eins bis zehn, der frei gewählt werden darf. Für jeden Punkt hat der Charakter:
- einen freien Betrag von tausend Schweizer Franken in der Woche zu seiner freien Verfügung. Das Geld führt er natürlich nicht mit sich, sondern wird durch seinen Status generiert. Wie er es nutzen kann, liegt im Ermessen des gesunden Menschenverstandes des Spielleiters.
- einen optional liquidierbaren Betrag von zehntausend Schweizer Franken im Monat. Der Spieler kann das Grundvermögen seines Besitzes angehen, um an diesen Betrag zu gelangen. Dafür muss er aber für zwei Monate eine Minderung seines Noblesse obligé - Vermögenswertes um einen Punkt pro zehntausend Franken in Kauf nehmen. Auch hier gilt, dass er das Geld natürlich nicht mit sich herumschleppt. Mindestens ein Konto bei einer großen interplanetaren Bank ist allerdings anzunehmen.
Die Kehrseite:
Es wird davon ausgegangen, dass der Charakter dieses Vermögen verwalten lässt und es unabhängig von seinen sonstigen Unternehmungen weiterexistiert. Es gilt aber ebenso folgende Regel:
Der Status des Charakters ist in ganz entschiedenem Maße von der Meinung seiner Standesgenossen abhängig. Verliert er sein gesellschaftliches Ansehen, so verliert er auch sein vermögen - seine Firmen werden keine Geschäfte mehr abschließen können, seine Familie wird ihm die Mittel kürzen, sein Herrscher wird ihm die Apanagen streichen.
Um das zu repräsentieren, gibt es den Ansehenswert. Er entspricht dem gewählten Vermögenswert und hat folgende Auswirkungen:
- Verletzt der Charakter den allgemein anerkannten "Gentlemens' Code" und wird das bekannt, so sinkt sein Ansehenswert um einen Punkt pro Verletzung.
- Spätestens einen Monat danach spürt der Charakter die Auswirkungen: Auch der Vermögenswert sinkt um einen Punkt pro Verletzung.
- DerCharakter kann versuchen, durch standesgemäße und heldenhafte Taten sein Ansehen wiederherzustellen. Im Gegensatz zu den Verlustregeln gibt es hier aber keine zeitlichen Vorgaben für eine Steigerung. Anders ausgedrückt - wie und ob sich sein Vermögen restauriert, liegt im Ermessen des Spielleiters.

Der Gentlemens' Code
Dieser nationenübergreifende Verhaltenskodex ist für die internationale der oberen Klassen der Maßstab eines anständigen Menschen. Ihn zu verletzen, hat zumeist krasse Konsequenzen in der höchst verklatschten feinen Gesellschaft. Natürlich muss erst jemand davon erfahren, und alle Zeugen umzubringen mag eine funktionierende, wenn auch ethisch fragwürdige Alternative zum Ansehensverlust sein.
Der Code basiert auf den interplanetaren Raumkampfvereinbarungen sowie auf den ungeschriebenen Regeln der vornehmen Gesellschaft. Er ist durchaus komplex und facettenreich. Diese Zusammenfassung beschreibt beileibe nicht alle Nuancen, ist aber eine gute Richtlinie. Die hier beschriebenen Regeln gelten natürlich nur im Bereich des Machbaren. Es ist nicht schockierend und anstößig, kurz nach einem überlebten Attentat einen zerrissenen Gehrock zu tragen. Ihn dann aber zu behalten, sehr wohl.
Ein Gentleman.
- kleidet, tritt auf, lebt und handelt wie ein Gentleman. Er ist stets tadellos und vornehm (nach Kultur) gekleidet, sauber, manierlich gebildet und pflegt einen angemessenen Lebensstandard.
- verteidigt natürlich die gottgewollte Standesordnung. Er macht sich nicht mit Revoluzzerpack gemein, steht für Volk, Herrscher und Vaterland ein und verteidigt stets die Werte der gehobenen Gesellschaft
- trennt sich auch sonst klar vom Pöbel ab. Er kumpaniert nicht mit Hausdienern und beschläft nur eine angemessene Zahl an Stubenmädchen.
- ist stets fair im Kampf und Duell, auch und gerade unter ungünstigen Bedingungen. Er greift keine Schwächeren an und bedient sich niemals unsauberer Tricks. (Gerade diese Regel ist manchmal weit interpretierbar. Aber es kommt hier in erster Linie auf die Definition von "Schwäche" an.)

So, das ist dann doch länger geworden als ich gedacht hatte. Werde es also in zwei Teile splitten. Der Gentlemens' Code ist vielleicht unvollständig, aber ich denke, es deckt für das erste alle relevanten Teile ab.

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