Also, anstatt diese verdammten Kampfregeln endlich zu kodifizieren, lieber ein wenig Erklärung.
Ich bin ethischer Konsequentialist. Oder doch lieber konsequentialistischer Ethiker? Seisdrum. Warum?
Ich denke, die Frage "was ist ethisch" kann nicht mit ethischen Argumenten beantwortet werden.
Gegen den Utilitarismus werden manchmal Szenarien entworfen wie "... wenn es um das größtmöglichste Glück geht, dann müssten wir doch alle mit dem Hackebeil losziehen und die terminal Unglücklichen entdeprimieren!"
Das unausgesprochene Argument hier lautet "und das wäre falsch." Aber gerade um das zu entscheiden, wurde das System ja erst aufgestellt.
Man kann also nicht ethisch über ethische Schlussfolgerungen urteilen. Man kann sagen: "Aber es fühlt sich falsch für mich an".
Worauf die logische Antwort lauten müsste: "Wenn das die Konsequenz des von dir angenommenen ethischen Systems ist, dann ist nicht die Handlung falsch sondern dein Gefühl und du schärfst besser schon mal dein Hackebeil."
(Natürlich ist das Szenario nicht wirklich utilitaristisch, weil ... ein anderes Mal. Erst die Grundlagen.)
Also so nicht. Was aber ist dann ethisch.
Nun, ausgehend von einer weiteren Prämisse, die ich woanders mal begründen sollte, wäre der logische Schritt sich die Ethik empirisch zu betrachten. Am Anfang aller Antworten steht das Erfahrbare. Und wie erfahren wir unsere Moral? Wozu wird sie verwendet?
Hier setzt mein Fabulieren ein. Ethik ist, scheint es mir, etwas, dass in vielen verschiedenen Bereichen stattfindet. Sitten, Gesetze, Manieren, Gebote ... sogar im nicht-kognitiven Raum. Ameisen haben eine Ethik ebenso wie Blütenpflanzen mit bestäubenden Insekten. Die biologische Ethik geht über das individuelle Viech hinweg und zeigt sich lediglich in seiner Programmierung. Kann etwas ethisch sein, auch wenn dem Handelnden keine Wahl bleibt?
Ich denke schon. Die Wahl trifft hier die natürliche Evolution, das Tier ist nur der letzte Träger.
Das sind die Unterschiede. Die Gemeinsamkeit ist die Frage. Ethisches Verhalten ist, in letzter Konsequenz, immer die Antwort auf folgendes Problem:
Wie sollen wir zusammenleben?
Außer ... so ist es falsch. Wir leben mit Steinen und Milben zusammen und haben ihnen gegenüber doch eine Einstellung, die, auf unsere Mitmenschen angewandt, uns ganz sicher ins Gefängnis bringen würde.
Eher so:
Wie eine Gruppe von Wesen organisieren, die in auch nur der kleinsten Weise voneinander abhängig sind.
Diese Frage stellt sich am Tisch ebenso wie im Stadtstaat, im Gefängnis per auf einer einsamen Insel,. Sie stellt sich für ein Affenrudel, für einen Ameisenhaufen, einen Wald oder eben auch eine Horde Menschen.
Zwei Konsequenzen:
Erstens, ethische Fragen machen daher nur Sinn, wenn sie den anderen betreffen. Dafür hat sich Ethik entwickelt. Man kann nicht zum leeren Raum gut sein. Darum Konsequentialismus. Es ist nur dann ethisch, wenn es auch tatsächlich so genutzt wird. Als Organisationshilfe.
Zweitens, Ethik setzt voraus, dass auch der Andere zumindest in irgendeiner Weise Anteil an diesem Konzept hat. Darum dürfen wir die Pocken ausrotten, nicht aber den Kommodo-Waran. Pocken streben nicht nach einer Zukunft, der Waran aber schon, und sei es auch nur auf dem allerprimitivsten Level.
(Und auch das ist schon wieder falsch. Tatsächlich dürften wir den Waran ausrotten - denn die gesamte Rasse hat kein ethisches Konzept. Aber das nur, ohne dem individuellen Waran unnötigen Schaden zuzufügen - was schwierig sein dürfte. Denn der Waran erlebt Schmerz und Tod und ist daher auf dieser Ebene ethisches Subjekt.)
Wie ich bereits einmal schrieb, kommen beim Menschen natürlich die verschiedenen Ebenen miteinander in Kontakt und wirken sich aufeinander aus. Unser empathischer Instinkt - das "Gewissen" - lässt uns leiden, wenn wir uns auf eine bestimmte Weise verhalten. Und wird dadurch wiederum zum Objekt auf einer höheren Ebene: "Lasse niemanden unnötige Gewissensqualen erleiden" und " Organisiere deine Ethik so um, dass sie mit der menschlichen Gewissensempfindung übereinstimmt".
Analog die anderen. "Baue deine Sitte so, dass sie die grundlegende menschliche Empfindung nicht verletzt", und dann "Baue deine Gesetze so, dass sie die Sitte schützen."
"Sei manierlich um des anderen Willen", aber eben auch "Verlange vom anderen nicht zu viel Manierlichkeit."
Was den Ausblick auf die Zukunft angeht - ich denke, das Anheben auf immer höhere Ebenen ist noch lange nicht abgeschlossen. Und natürlich ist das System ein Werkzeug, dass wir wohl nutzen können, aber eben nicht müssen. Nur die Frage müssen wir beantworten - und es scheint mir, wir finden immer mehr und immer bessere Antworten.
Ich bin ethischer Konsequentialist. Oder doch lieber konsequentialistischer Ethiker? Seisdrum. Warum?
Ich denke, die Frage "was ist ethisch" kann nicht mit ethischen Argumenten beantwortet werden.
Gegen den Utilitarismus werden manchmal Szenarien entworfen wie "... wenn es um das größtmöglichste Glück geht, dann müssten wir doch alle mit dem Hackebeil losziehen und die terminal Unglücklichen entdeprimieren!"
Das unausgesprochene Argument hier lautet "und das wäre falsch." Aber gerade um das zu entscheiden, wurde das System ja erst aufgestellt.
Man kann also nicht ethisch über ethische Schlussfolgerungen urteilen. Man kann sagen: "Aber es fühlt sich falsch für mich an".
Worauf die logische Antwort lauten müsste: "Wenn das die Konsequenz des von dir angenommenen ethischen Systems ist, dann ist nicht die Handlung falsch sondern dein Gefühl und du schärfst besser schon mal dein Hackebeil."
(Natürlich ist das Szenario nicht wirklich utilitaristisch, weil ... ein anderes Mal. Erst die Grundlagen.)
Also so nicht. Was aber ist dann ethisch.
Nun, ausgehend von einer weiteren Prämisse, die ich woanders mal begründen sollte, wäre der logische Schritt sich die Ethik empirisch zu betrachten. Am Anfang aller Antworten steht das Erfahrbare. Und wie erfahren wir unsere Moral? Wozu wird sie verwendet?
Hier setzt mein Fabulieren ein. Ethik ist, scheint es mir, etwas, dass in vielen verschiedenen Bereichen stattfindet. Sitten, Gesetze, Manieren, Gebote ... sogar im nicht-kognitiven Raum. Ameisen haben eine Ethik ebenso wie Blütenpflanzen mit bestäubenden Insekten. Die biologische Ethik geht über das individuelle Viech hinweg und zeigt sich lediglich in seiner Programmierung. Kann etwas ethisch sein, auch wenn dem Handelnden keine Wahl bleibt?
Ich denke schon. Die Wahl trifft hier die natürliche Evolution, das Tier ist nur der letzte Träger.
Das sind die Unterschiede. Die Gemeinsamkeit ist die Frage. Ethisches Verhalten ist, in letzter Konsequenz, immer die Antwort auf folgendes Problem:
Wie sollen wir zusammenleben?
Außer ... so ist es falsch. Wir leben mit Steinen und Milben zusammen und haben ihnen gegenüber doch eine Einstellung, die, auf unsere Mitmenschen angewandt, uns ganz sicher ins Gefängnis bringen würde.
Eher so:
Wie eine Gruppe von Wesen organisieren, die in auch nur der kleinsten Weise voneinander abhängig sind.
Diese Frage stellt sich am Tisch ebenso wie im Stadtstaat, im Gefängnis per auf einer einsamen Insel,. Sie stellt sich für ein Affenrudel, für einen Ameisenhaufen, einen Wald oder eben auch eine Horde Menschen.
Zwei Konsequenzen:
Erstens, ethische Fragen machen daher nur Sinn, wenn sie den anderen betreffen. Dafür hat sich Ethik entwickelt. Man kann nicht zum leeren Raum gut sein. Darum Konsequentialismus. Es ist nur dann ethisch, wenn es auch tatsächlich so genutzt wird. Als Organisationshilfe.
Zweitens, Ethik setzt voraus, dass auch der Andere zumindest in irgendeiner Weise Anteil an diesem Konzept hat. Darum dürfen wir die Pocken ausrotten, nicht aber den Kommodo-Waran. Pocken streben nicht nach einer Zukunft, der Waran aber schon, und sei es auch nur auf dem allerprimitivsten Level.
(Und auch das ist schon wieder falsch. Tatsächlich dürften wir den Waran ausrotten - denn die gesamte Rasse hat kein ethisches Konzept. Aber das nur, ohne dem individuellen Waran unnötigen Schaden zuzufügen - was schwierig sein dürfte. Denn der Waran erlebt Schmerz und Tod und ist daher auf dieser Ebene ethisches Subjekt.)
Wie ich bereits einmal schrieb, kommen beim Menschen natürlich die verschiedenen Ebenen miteinander in Kontakt und wirken sich aufeinander aus. Unser empathischer Instinkt - das "Gewissen" - lässt uns leiden, wenn wir uns auf eine bestimmte Weise verhalten. Und wird dadurch wiederum zum Objekt auf einer höheren Ebene: "Lasse niemanden unnötige Gewissensqualen erleiden" und " Organisiere deine Ethik so um, dass sie mit der menschlichen Gewissensempfindung übereinstimmt".
Analog die anderen. "Baue deine Sitte so, dass sie die grundlegende menschliche Empfindung nicht verletzt", und dann "Baue deine Gesetze so, dass sie die Sitte schützen."
"Sei manierlich um des anderen Willen", aber eben auch "Verlange vom anderen nicht zu viel Manierlichkeit."
Was den Ausblick auf die Zukunft angeht - ich denke, das Anheben auf immer höhere Ebenen ist noch lange nicht abgeschlossen. Und natürlich ist das System ein Werkzeug, dass wir wohl nutzen können, aber eben nicht müssen. Nur die Frage müssen wir beantworten - und es scheint mir, wir finden immer mehr und immer bessere Antworten.
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