Okay, also habe ich mich doch aufraffen können, wieder anzufangen. Naja, ein wenig zumindest.
Das ist so eines von diesen kleinen Philosophismen, die vielleicht irgendwo hinführen könnten ... vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall steht es im Titel.
Also, einer der Klassiker. Ontologie.
Eine hübsch disputierbare Frage für spätere Partystunden, vorzugsweise in Gesellschaft intellektuell interessierter Damen: Kann ich wirklich wissen, ob meine Wahrnehmung der Welt mit der anderer Menschen übereinstimmt? Eine Unterabteilung von "sind die anderen Menschen wie ich?"
Das klassische Beispiel ist die Frage nach den Farben. Ist rot für mein Gegenüber genauso rot wie ich? Wenn er rot als blau sähe und umgekehrt - wie könnte ich es je herausfinden?
Es scheint keinen definitiven, mathematisch absoluten Beweis für eine übereinstimmende Wahrnehmung zu geben .... wenn auch keinen dagegen. Aber mir scheint, es gibt auch so etwas wie Indizienbeweise.
Nehmen wir als Beispiel etwas Deutlicheres. Was wäre, wenn dem hypothetischen Anderen eine gerade Linie als krumm erscheinen würde und krumme Linien gerade? Wenn ich ihm eine krumme Linie zeige, würde er sie gerade sehen - aber natürlich das Wort "krumm" verwenden, dass für ihn eben jenen Eindruck bedeutet, der bei mir unter "gerade" betitelt ist. Auf sprachlichem Wege keine Lösung - aber Wahrnehmungen existieren ja nicht in einem leeren Raum. Sie haben Kontext. Der Übersetzungsfehler müsste sich auch auf seine Handlungen erstrecken - malte er eine Linie, die er als gerade empfindet, müssten seine Hände etwas produzieren, was mir krumm erscheint.
Auch sind gerade und krumm keine exakten Gegenteile - wie es so etwas in der Natur und in unserer Wahrnehmung ja nirgends gibt. Der Übersetzungsfehler müsste Krümmung und Ausrichtung der Linie bestimmen, in einer Weise, die konsistent mit dem Rest der Wahrnehmung wäre.
Schließlich drängen wir die Bedeutung der Worte "krumm" und "gerade" immer mehr in eine Ecke simpler Eindrücke, ohne Verbindung zum Rest der dazugehörigen Eigenschaften. Es werden Etiketten - und die sind austauschbar.
Dies scheinen mir Indizien für einen simplem (Zirkel)Schluss:
Wenn es Unterschiede in der Wahrnehmung gibt, die signifikant sind, sind sie erschließbar.
Sind Unterschiede in der Wahrnehmung nicht erschließbar, sind sie nicht signifikant.
Den Abschluss macht Ockham, der uns die Einführung zusätzlicher Annahmen verbietet, und das ganze Problem gewinnt eine gewisse Fruchtlosigkeit. Ich weiß nur nicht, ob das ein Erfolg ist, oder nicht. Aber ich denke doch, dass es möglich sein kann, uns auf diesem Indizienweg an die Wahrnehmung des anderen heranzutasten - auch wenn sie uns fremd bleiben muss.
Das ist so eines von diesen kleinen Philosophismen, die vielleicht irgendwo hinführen könnten ... vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall steht es im Titel.
Also, einer der Klassiker. Ontologie.
Eine hübsch disputierbare Frage für spätere Partystunden, vorzugsweise in Gesellschaft intellektuell interessierter Damen: Kann ich wirklich wissen, ob meine Wahrnehmung der Welt mit der anderer Menschen übereinstimmt? Eine Unterabteilung von "sind die anderen Menschen wie ich?"
Das klassische Beispiel ist die Frage nach den Farben. Ist rot für mein Gegenüber genauso rot wie ich? Wenn er rot als blau sähe und umgekehrt - wie könnte ich es je herausfinden?
Es scheint keinen definitiven, mathematisch absoluten Beweis für eine übereinstimmende Wahrnehmung zu geben .... wenn auch keinen dagegen. Aber mir scheint, es gibt auch so etwas wie Indizienbeweise.
Nehmen wir als Beispiel etwas Deutlicheres. Was wäre, wenn dem hypothetischen Anderen eine gerade Linie als krumm erscheinen würde und krumme Linien gerade? Wenn ich ihm eine krumme Linie zeige, würde er sie gerade sehen - aber natürlich das Wort "krumm" verwenden, dass für ihn eben jenen Eindruck bedeutet, der bei mir unter "gerade" betitelt ist. Auf sprachlichem Wege keine Lösung - aber Wahrnehmungen existieren ja nicht in einem leeren Raum. Sie haben Kontext. Der Übersetzungsfehler müsste sich auch auf seine Handlungen erstrecken - malte er eine Linie, die er als gerade empfindet, müssten seine Hände etwas produzieren, was mir krumm erscheint.
Auch sind gerade und krumm keine exakten Gegenteile - wie es so etwas in der Natur und in unserer Wahrnehmung ja nirgends gibt. Der Übersetzungsfehler müsste Krümmung und Ausrichtung der Linie bestimmen, in einer Weise, die konsistent mit dem Rest der Wahrnehmung wäre.
Schließlich drängen wir die Bedeutung der Worte "krumm" und "gerade" immer mehr in eine Ecke simpler Eindrücke, ohne Verbindung zum Rest der dazugehörigen Eigenschaften. Es werden Etiketten - und die sind austauschbar.
Dies scheinen mir Indizien für einen simplem (Zirkel)Schluss:
Wenn es Unterschiede in der Wahrnehmung gibt, die signifikant sind, sind sie erschließbar.
Sind Unterschiede in der Wahrnehmung nicht erschließbar, sind sie nicht signifikant.
Den Abschluss macht Ockham, der uns die Einführung zusätzlicher Annahmen verbietet, und das ganze Problem gewinnt eine gewisse Fruchtlosigkeit. Ich weiß nur nicht, ob das ein Erfolg ist, oder nicht. Aber ich denke doch, dass es möglich sein kann, uns auf diesem Indizienweg an die Wahrnehmung des anderen heranzutasten - auch wenn sie uns fremd bleiben muss.
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