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Es werden Posts vom Oktober, 2012 angezeigt.

Der Mangel an Telepathie

Manchmal ist es schier zum Verzweifeln, wie sehr es mir nicht gelingt, das, was ich mir denke so auf Papier - auf den Bildschirm - zu bringen. Nicht nur die Form, auch der Klang und der Eindruck. Was es dann auch erklärt. Das ist nicht nur eine Sache des Handwerks ... Tastenwerks? Eine Idee, ein geistiger Ablauf besteht nicht aus Worten. Der Versuch der geschriebenen Sprache, sich an den geistigen Eindruck anzunähern, ist ebenso alt wie vergeblich. Gedanken sind keine Sätze oder Wörter, nicht einmal der so falsch bezeichnete "Stream of conciousness". Es sind Mischungen aus Klängen, visuellen Eindrücken, Erinnerungen, abstrakten Konzepten, Gefühlen von Bewegung und Orientierung und noch ganz anderen, seltsameren geistigen Erfahrungen für die uns die Bezeichnungen fehlen. Auch das Gefühl, richtig zu liegen ist, wie ich einst schrieb , nur ein Gefühl. Ein Eindruck, der den Gedanken begleitet, Teil von ihm ist. So etwas lässt sich nur schwer schriftlich abbilden. Was aber mög...

Aphorismen, graezifizierte

Es wird ein neues Label eingeführt, genannt Aphorismoi (um meinen Leser zu foltern). Es soll darunter subsumiert werden kleine Eintragungen, in denen ich kleine Gedanken zusammenfasse. Weil es kurz sein soll, wird es dicht. Weil es dicht sein soll, wird es notwendigerweise schwer verständlich - wie ich schrieb, haben Fremdwörter den Sinn, Bedeutung zu verdichten. Also eine kleine Herausforderung. Ich presse meine Gedanken gerne in wenige, subjektiv genial erscheinende Sätze. Es fühlt sich ... richtig an. Aber die Bedeutungen, die ich bestimmten Worten zuweise, mag so nicht von jedermann - oder dem einen Mann - geteilt werden. Kann also sein, dass es schier nicht zu entschlüsseln ist. Egal. Aphorismoi die erste: Das Dilemma des ethischen Progressivismus angesichts der konservativen Menschlichkeit. Meine Schamlosigkeit angesichts eines althergebrachten Tabus besitzt trotz der zugrundeliegenden, an sich positiven Fortschrittlichkeit nichtsdestoweniger ein Negativum. Auch das Gefü...

Anpassungen und Erweiterungen

Jede Art von Erzählung- zum Zwecke des Eskapismus oder anderem - ist notwendigerweise durch das Medium limitiert, das sie transportiert. Filme können sehr viele Details sehr kompakt darstellen, mit denen Bücher große Schwierigkeiten haben. Hörspiele sind immer durch die fehlenden Beschreibungen eingeschränkt und Comics haben nie genug Platz für längere Dialoge. Ich zähle auch Computerspiele zu den erzählerischen Medien - obgleich sie an sich nur auch erzählerische Medien sind. Die besonderen Einschränkungen  eines Spiels, dass die Darstellung an gewisse Spielprinzipien anpassen muss, erlaubt einen Blick auf ein faszinierendes Phänomen des Lückenfüllens. Ob es nun darum gehen mag, eine tropische Stadt zu verwalten oder eine Schnee - und monstrenbedeckte Landschaft zu durchqueren, die Einschränkungen des Mediums - die offensichtliche Repetition von Ereignissen, das Fehlen von realistischerweise notwendigen Strukturen - stehen in direktem Kontrast zu der offensichtlichen Immersion i...

Glossar

Gut, also weil mir gerade nichts interessantes einfällt ... Hypothetisch gesprochen, würde jemand, der mich nicht besonders gut kennt, dieses alles hier lesen, würde er auch nur ein Wort verstehen? Vermutlich nicht. Daher ein Glossar für die Kennzeichnungen. Dieses als geistige Übung in Sachen Verständlichkeit - die Labels. Allesamt so exklusive In-Jokes, dass nicht einmal ich sie ganz verstehe. Also: Posts gekennzeichnet mit - "Die Maschine" beziehen sich auf alle Dinge computerbezogen, im weiteren Sinne auch sonstige Gerätschaft und der unerbittliche, geistlose Ablauf des Weltgeschehens. - Eskapismus" beziehen sich auf alles, was mit Weltflucht zu tun hat - Spiele, Bücher, Filme, der ganze Kram, vorzugsweise phantastisch und ein wenig abwegig. Auch natürlich meine eigenen Gedanken dazu. - "Freilaufende Philosophismen" bezieht sich auf Große Wichtige Gedanken, die ich alle zehn Minuten oder so habe und von denen die Welt noch nicht reif ist, die bede...

Platsch

Heute geschwommen. Es ist wirklich die einzig erträgliche Sportart. Mannschaften: Damit kann man mich jagen. Ständig schreit einer rum und fast immer geht es darum, wer Schuld hat. Es muss vor allen Dingen gegen jemanden gewonnen werden und meistens ist das Spiel nur einen Hauch von einer Schlägerei entfernt. Nein danke. Wenn ich Krieg spielen will, fahre ich meinen PC hoch und verdampfe ein paar Städte. Fitnessbezogene Grässlichkeiten sind nicht weniger grässlich. Es findet statt an einem schweißbedünsteten Ort, und man ist von den wertenden, bohrenden Blicken anderer Menschen umgeben. Wenn Vereinssportarten die Essenz der schlimmsten Auswüchse des Kleingruppendaseins sind, dann ist das Fitnessstudio die Inkarnation der schlechtesten Aspekte der modernen Individualgesellschaft. Keine Alternative ist akzeptabel. Und was draussen machen? Ah, das große, schöne Draussen. Wenn es nicht matschig ist, ist es eiskalt, heulend windig, brütend heiß, mückendurchschwärmt oder auf irgende...

Ein Happen zum Aufwärmen

Okay, also habe ich mich doch aufraffen können, wieder anzufangen. Naja, ein wenig zumindest. Das ist so eines von diesen kleinen Philosophismen, die vielleicht irgendwo hinführen könnten ... vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall steht es im Titel. Also, einer der Klassiker. Ontologie. Eine hübsch disputierbare Frage für spätere Partystunden, vorzugsweise in Gesellschaft intellektuell interessierter Damen: Kann ich wirklich wissen, ob meine Wahrnehmung der Welt mit der anderer Menschen übereinstimmt? Eine Unterabteilung von "sind die anderen Menschen wie ich?" Das klassische Beispiel ist die Frage nach den Farben. Ist rot für mein Gegenüber genauso rot wie ich? Wenn er rot als blau sähe und umgekehrt - wie könnte ich es je herausfinden? Es scheint keinen definitiven, mathematisch absoluten Beweis für eine übereinstimmende Wahrnehmung zu geben .... wenn auch keinen dagegen. Aber mir scheint, es gibt auch so etwas wie Indizienbeweise. Nehmen wir als Beispiel etwas Deut...