Das wäre dann der planmäßig letzte Teil von PFP. Ich bin am Grübeln - einerseits möchte ich das System nicht zu aufgebläht gestalten, allerdings will ich natürlich gerne weiter daran herumbasteln. Nur sollten eventuelle Leser - der andere - nicht abgeschreckt werden, von der Materialfülle. Vielleicht schreibe ich ein paar zusammenfassende Posts in Tabellenform oder so, bevor ich mich in die politische Welt der Erde hineinstürze.
Die Venusklassen funktionieren ähnlich wie die Marsianerklassen - die Klasse bestimmt recht deutlich den gesamten Charakter. Auf der Venus überdies auch noch das Geschlecht ...
Regeltechnisch bedeutet das, dass jeder venusische Charakter eine Leitfähigkeit besitzt, von der die anderen Fähigkeiten zu keinem Zeitpunkt um mehr als zwei Punkte abweichen dürfen. Sie erhalten zu Spielbeginn 35 (relativ) frei verteilbare Punkte.
Die venusischen Klassen beschreiben weniger Berufsgruppen als mehr Denkrichtungen und sind nicht an irgendeine Schicht gekoppelt - auch wenn es wenige venusische Sumpfbauern geben dürfte, die Zeit und Mittel für derlei Frivolitäten übrig haben. Daher können alle Venusklassen Noblesse obligé in der venusischen Variante besitzen, aber sie müssen es nicht.
Diese vollkommene Lebensform verkörpert der Krieger mehr als alles andere. Krieger sind keinesfalls ein gesonderter Stand auf der Venus. Vielmehr handelt es sich um Schüler und Anhänger einer gewissen philosophischen Schule, welche Kampfkunst, Denkweise, Ästhetik und auch Lebensführung miteinander verbindet. Diejenigen, welche sich derlei leisten können, gehen bei einem Meister in die Lehre, nehmen seine Ideale auf und streben dann danach, sie zu leben. Dabei sind die Strömungen durchaus unterschiedlich. Klassisch ist der einsame alte Eremit im Wald, welcher seinen Schülern eine Philosophie des natürlichen Lebens, der eigenen Stärke und der Harmonie mit allem vermittelt. Doch gibt es auch hochzivilisierte Denkschulen, welche den Zweikampf als eine Mischung aus anmutigem Tanz und erhabenem Sport auffassen, disziplinierte Gruppen, welche sich im gemeinsamen Handeln üben und Loyalität als einen heiligen Wert auffassen oder gar modern-suspekte Anarchisten, die danach streben, die seltsamen Techniken der Außervenusischen in ihre Kampfweise und ihr Leben zu inkorporieren.
Ein derart freies Leben muss man sich natürlich erst einmal leisten können, und so sind beinahe alle venusische Krieger entweder selbst von Adel, oder zumindest von einer adligen Matriarchin unterstützt (die sich einen besonders herrlichen Mann als Ergebnis erhofft.)
Die 35 Fähigkeitspunkte müssen harmonisch nach folgendem Leittalent verteilt sein:
Mord&Totschlag: Mindestens 6 Punkte (Leittalent)
In Corpore Sane: Punkte nach Leittalent
Herumgefrikkel: Punkte nach Leittalent
Kephalogos: Punkte nach Leittalent
Sozialismus: Punkte nach Leittalent
Wie jeder Charakter besitzt der venusische Krieger einen Zustand von 20 + In Corpore Sane.
Klassenspezifische Eigenschaften
Physiomorph
Während die Frauen der Venus ihre Begabungen vor allem in abstrakteren oder mystischeren Bereichen suchen, konzentrieren sich die Männner ganz auf sich selbst. Jahrtausende der Zuchtwahl, die Auswirkungen der seltsamen Wirkstoffe auf der Venus und unablässige Selbstdisziplin haben zu einer beinahe magisch zu nennenden Kontrolle des eigenen Selbst geführt, insbesondere in den Kriegerschulen. Venusische Krieger können allein mit der Macht ihres Verstandes und ein wenig Venusdroge ihre verschiedenen Stärken an einem Punkt sammeln. Sie opfern ein wenig von allem, um in einem Feld zu großartigen (und von Matriarchinnen beachtenswerten) Leistungen im Stande zu sein.
Nimmt ein venusischer Krieger eine Dosis Venusdroge ein, so ist er imstande, eine beliebige Fähigkeit für eine halbe Stunde bis auf das Doppelte zu steigern, Dafür müssen alle anderen Fähigkeiten gleichmäßig um die entsprechenden Punkte vermindert werden. Auch gilt im Zweifelsfall das Harmonieprinzip, so dass der Krieger manchmal bestimmte Verteilungen nicht durchführen kann.
Nach dieser halben Stunde vermindert sich die Fähigkeit um den erhöhten Betrag für eine weitere halbe Stunde, in der der Krieger diese Fähigkeit nicht noch einmal nutzen kann.
Der Krieger kann eine zusätzliche Dosis Venusdroge nehmen, um alle Regeln zu ignorieren. Für jede weiter Dosis kann er entweder die zu steigernde Fähigkeit über das doppelte Maß hinaus steigern oder eine andere Fähigkeit gegen das Harmonieprinzip senken. Nach der halben Stunde ist diese Fähigkeit für die nächste halbe Stunde völlig lahmgelegt und der venusische Krieger ist damit beschäftigt, zu röcheln und zu japsen.
Venusgeboren
Alle Venusbewohner können die Venusdroge in ihrer natürlichen Form selbstverständlich gefahrlos zu sich nehmen. Außerdem nutzt ihr Körper sie besser, so dass für sie bereits eine halbe Dosis volle Wirkung entfaltet.
Der venusische Krieger kann die Eigenschaft Noblesse obligè in der venusischen Form besitzen.
Ausrüstung
Venuskrieger besitzen natürlich eine Waffe, auf die sie auch spezialisiert sind. Darüber hinaus nennen sie eine lederne Rüstung ihr eigen, (Zustand: 10, zieht einen Erfolg von allen Nahkampfangriffen ab, wenn getragen), die leichte, dschungelgeeignete Kleidung der Venus, zehn Franken in venusischer lokaler Währung, zehn (venusische) Dosen der Venusdroge und eine der folgenden drei Besitztümer:
- Eine Überlebensausrüstung für die venusische Wildnis.
- Ein Musikinstrument für venusische Adelshöfe, auf das sie auch spezialisiert sind (Herumgefrikkel)
- Eine schwere statt der leichten Rüstung, (Zustand 20, -3 auf alle Nahkampferfolge)
So kommt es, dass nur die Begabtesten zu Hexen ausgebildet werden - und diejenigen, welche die Mittel haben, mehrere Jahre mit Müßiggang zu verbringen. Venushexen sind daher, wie die Krieger, zumeist einem adligen Hause angehörig oder werden, wenn talentiert, von diesem unterstützt.
Dabei sind die Hexen, ähnlich wie die Krieger, keine formale Kaste. Vielmehr wird die psionische Begabung als besonderes Talent verstanden, welches unterstützenden Charakter hat und den Fähigkeiten der Hexe in anderen Bereichen zunutze kommt. So gibt es kämpferische Telekinetikerinnen, medizinisch orientierte Telepathinnen oder sogar Pyrokiinetinnen, die ihre Fähigkeiten in der Landwirtschaft nutzen. Anders als bei den Kriegern wird hier keine bestimmte philosophische Richtung verfolgt, vielmehr ist die gewählte Richtung ein Amalgam aus den Vorlieben der Lehrmeisterin, den Forderungen der Matriarchin und dem festen Willen der Hexe selbst.
Denn vor allen anderen Dingen verlangt die Ausbildung zur Hexe eiserne Selbstbeherrschung. Zwar sind Venusierinnen von ihrer Physis her sehr viel besser für den Umgang mit der Venusdroge geeignet. Aber auch ihre Körper haben Grenzen - welche die Hexe, Tag für Tag, hinauszuschieben lernt. Und so ist das Psionikerinnentum auf der Venus auch normalerweise ein hervorragender Ausgangspunkt für den Aufstieg zur Matriarchin. Venushexen verkörpern, ähnlich wie ihre männlichen Pendants, das ideal der Venusierin: Ernsthaftigkeit, Selbstbeherrschung, ein eiserner Wille und die Fähigkeit, die Welt nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Und auch wenn nicht jedes kleine Mädchen einmal eine Hexe sein wird, so hat es doch bestimmt zumindest einmal schon davon geträumt.
Die 35 Fähigkeitspunkte müssen harmonisch nach folgendem Leittalent verteilt sein:
Mord&Totschlag: Punkte nach Leittalent
In Corpore Sane: Punkte nach Leittalent
Herumgefrikkel: Punkte nach Leittalent
Kephalogos: Mindestens 6 Punkte (Leittalent)
Sozialismus: Punkte nach Leittalent
Wie jeder Charakter besitzt die Venushexe einen Zustand von 20 + In Corpore Sane.
Klassenspezifische Eigenschaften
Venusgeboren
Alle Venusbewohner können die Venusdroge in ihrer natürlichen Form selbstverständlich gefahrlos zu sich nehmen. Außerdem nutzt ihr Körper sie besser, so dass für sie bereits eine halbe Dosis volle Wirkung entfaltet.
Gipfelpunkt der Psionik
Venushexen sind die unbestrittenen Meisterinnen der Psionik, und ihre Fähigkeiten im Umgang mit Droge und Geist suchen im ganzen Sonnensystem ihresgleichen. Venushexen nutzen sowohl die Sonderfähigkeiten des Mystikers wie auch des Mentalisten vollständig. Dosieren bezieht sich in diesem Fall auf die Venusdroge - Venushexen können eine (venusische) Dosis der Venusdroge auf das Zehntel genau einteilen, die Techniken wirken entsprechend.
Ferner sind Venushexen besser an die Droge gewöhnt - Überdosierung setzt bei ihnen erst ab der dritten Dosis über Norm ein.
Venushexen beginnen das Spiel mit drei psionischen Techniken.
Die Venushexe kann die Eigenschaft Noblesse obligè in der venusischen Form besitzen.
Ausrüstung
Venushexen tragen einen verzierten Wanderstab als Standeszeichen, de mitunter auch als Waffe verwendet werden kann. Natürlich verfügen sie über ausreichende Mengen an Venusdroge (30 venusische Dosen), angemessen edle Kleidung (und einen alternativen Satz für den täglichen Gebrauch) und fünfzehn Franken in venusischer Währung. Darüber hinaus besitzen sie noch eines der drei folgenden Besitztümer:
- Eine Ansammlung venusischer medizinischer Drogen nebst Wundzeug (20 Anwendungen, +3 auf medizinisches Herumgefrikkel)
- Das verbriefte Recht, im Auftrag eines mächtigen Adelshauses als Richterin/Investigatorin auftreten zu dürfen (was auch andere Häuser oftmals gerne nutzen, bei entsprechendem Ansehen).
- Eine Nahkampfwaffe, auf die sie auch spezialisiert sind.
- Gastrecht. Jede auch nur halbwegs anständige adlige Matriarchin wird selbstverständlich ihre Standesgenossinnen bewirten und versorgen - und erwartet im Gegenzug das Gleiche, wenn sie auf Reisen ist.
- Rechtsprivilegien. Venusische hohe Familien herrschen uneingeschränkt über ihre Domänen und jeder nichtadlige Wanderer ist unbeschönigt völlig rechtlos. Adlige hingegen werden im Streitfall für gewöhnlich ihren Familien übergeben - nur bei besonders hässlichen Fehden gibt es Ausnahmen.
- Standesansehen. Alle Venusier achten ihre Aristokraten und begegnen ihnen mit Respekt und Ehrfurcht.
- Hausrecht. In der eigenen Domäne sind Aristokraten zumeist völlig sorgenfrei. Wenn sie es sich nicht mit ihrer Matriarchin verscherzen, können sie daheim alle Vorzüge eines privilegierten Lebens genießen ... und manche Domänen sind groß. Auch können sie in einem gewissen Rahmen die Mittel des Hauses für sich beanspruchen - und mitnehmen.
- Familienstärke. Mächtige Sippen passen auf sich selbst auf, und eine venusische Adlige kann durchaus Hilfe erwarten, wenn sie in Schwierigkeiten gerät. Im Rahmen des Möglichen, natürlich.
Dies alles gilt für Venusmänner in vermindertem Maße - man wird sie nach ihrer Frau oder Mutter fragen - doch ist es auch für sie durchaus noch relevant.
All diese Vorteile haben natürlich einen Preis - die entsprechende Adlige sollte bei ihrer Matriarchin in gutem Ansehen stehen und den eigenen Namen nicht beschmutzen. Ist sie erst einmal als schwarzes Schaf bekannt - leidet ihr Ruf - werden andere Aristokraten der unbotmäßigen Tochter mit mehr Herablassung begegnen und die eigene Familie nicht mehr so hilfsbereit sein. Der venusische Ehrenkodex ist natürlich eine Vereinfachung, doch als Richtlinie recht nützlich.
Die Regeln sind:
- Ehre dein Haus! Venusische Adlige gehorchen ihrer Matriarchin, halten alte Freundschaften - und Feindschaften - ein und stellen sich niemals, verbal oder in ihren Handlungen, gegen die Interessen der eigenen Familie. Selbst ein loyaler Ferind wird höher geehrt als ein nützlicher Verräter.
- Ehre dich selbst! Venusische Adlige achten auch auf ihr eigenes Ansehen. Eine Aristokratin, die sich von Bauern beleidigen lässt, verliert schneller an Ansehen, als sie "Hilfe, Hilfe, ich werde unterdrückt" sagen kann. Doch auch im höfischen Spiel duldet sie nur ein gewisses Maß an reizvollen kleinen Frivolitäten mit ihrer Ehre.
- Halte den Standard! Adlige pflegen einen gewissen Lebensstil und machen sich nur in Notfällen mit dem einfachen Volk gemein. Fehlende Mittel mögen vielleicht ertragen, doch niemals gezeigt werden.
- Wahre den Anstand! Eine Regel, die in den letzten Jahren weniger und weniger zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. Natürlich ist das venusische System von Matriarchat, Feudalismus und Aristokratie über jeden Zweifel erhaben, doch bringen diese Fremden aus dem Weltraum manchmal gefährliche Ideen mit sich. Eine anständige Venusierin wahrt natürlich die alten Sitten und versucht immer, gemäß dem Ideal der echten Venusfrau zu leben. Dieses Prinzip gilt in vielleicht noch stärkerem Maße für Männer, die ansonsten die Regeln durchaus lockerer auslegen können. Immerhin sind es nur Männer.
Und damit wären wir am Ende ... vorerst jedenfalls. Ich habe hier und dort ein paar Ideen unsystematisch irgendwo reingepackt, wenn ich mich erst da wieder daran erinnert habe, dass sie wichtig sind. Ich könnte auch sehr viel mehr schreiben - aber, wie gesagt, es darf auch nicht überwältigen. Natürlich sind die Außerirdischen nicht für unerfahrene Rollenspieler gedacht. Ich denke, man bräuchte wirklich eine Art Tabelle ...
Das Layout ... naja, was so ein Blog eben hergibt. Gerade die Listen sind nicht leicht zu lesen. Aber im Zweifelsfall kann man mich ja auch fragen. Wenn ich mich denn erinnere ... oder es nicht einfach umschmeiße, weil mir was Besseres eingefallen ist.
Große Galaxis, ich hasse Nachbesserungen. Aber ich werde wohl nicht darum herumkommen. Na, fürs erste ist es, denke ich, spielbar.
Wer will es ausprobieren?
Die Venusklassen funktionieren ähnlich wie die Marsianerklassen - die Klasse bestimmt recht deutlich den gesamten Charakter. Auf der Venus überdies auch noch das Geschlecht ...
Die Venusianerklassen
Auf der Venus gibt es, anders als auf der Erde und auf dem Mars, kaum eine Kultur der Spezialisierung. Der Wald ist allgegenwärtig, und alle Venusier müssen die notwendigen Fähigkeiten aufweisen, um in ihm zu überleben. Überdies neigen die Venusier zu einem eher holistischen Denken, das kaum Platz für Unterscheidungen lässt. Trotzdem existiert natürlich der Zwang der Notwendigkeit, und so gibt es auch auf der Venus Frauen und Männer, die sich hauptsächlich mit einer Arbeit beschäftigen. Dennoch ist ein subtiler Unterschied spürbar - auch eine venusische Schmiedin vernachlässigt nicht ihre Fähigkeiten im Waldlauf und im Messerkampf, und auch ein venusischer Waldläufer kehrt regelmäßig zur Auffrischung in die Zivilisation zurück. Man mag postulieren, dass diese Eigenheit die venusische Zivilisation so lange auf ein frühmittelalterlich-spätantikes Niveau festgesetzt hat, doch die Venusier scheinen damit recht gut zurechtzukommen. Auf jeden Fall hat diese Einstellung dazu geführt, dass Venusier insgesamt etwas besser befähigt sind als ihre irdischen oder marsianischen Gegenparts.Regeltechnisch bedeutet das, dass jeder venusische Charakter eine Leitfähigkeit besitzt, von der die anderen Fähigkeiten zu keinem Zeitpunkt um mehr als zwei Punkte abweichen dürfen. Sie erhalten zu Spielbeginn 35 (relativ) frei verteilbare Punkte.
Die venusischen Klassen beschreiben weniger Berufsgruppen als mehr Denkrichtungen und sind nicht an irgendeine Schicht gekoppelt - auch wenn es wenige venusische Sumpfbauern geben dürfte, die Zeit und Mittel für derlei Frivolitäten übrig haben. Daher können alle Venusklassen Noblesse obligé in der venusischen Variante besitzen, aber sie müssen es nicht.
Der venusische Krieger
Die Rolle eines Mannes auf der Venus ist eine untergeordnete solche - doch die Venusmänner würden sich selbst kaum als unterdrücktes Geschlecht betrachten. Obwohl durch die Ankunft der Erdenmenschen auch auf der feuchten Venus ein wenig Staub aufgewirbelt wurde, so ist doch noch immer das Gros der männlichen Bevölkerung überzeugt, eigentlich ein glückliches Leben zu führen - was das Geschlecht angeht. Venusische Männer - so sehen sie es - sind von der schrecklichen Last der Sorge um das tägliche Dasein befreit und können sich ganz auf die Herrlichkeit des Lebens konzentrieren. Sorgen um das Morgen müssen sich die Frauen - den Männern obliegt es, Anweisungen auszuführen und sich ansonsten an dem ewigen Spiel zu beteiligen, welches zwischen allen Männern stattfindet. Eine Art unablässiger, subtiler Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Frauen und den Neid der Geschlechtsgenossen. Natürlich ist es eher eine Sache der Aristokraten, doch auch die unteren Stände eifern dem Ideal so gut sie können nach.Diese vollkommene Lebensform verkörpert der Krieger mehr als alles andere. Krieger sind keinesfalls ein gesonderter Stand auf der Venus. Vielmehr handelt es sich um Schüler und Anhänger einer gewissen philosophischen Schule, welche Kampfkunst, Denkweise, Ästhetik und auch Lebensführung miteinander verbindet. Diejenigen, welche sich derlei leisten können, gehen bei einem Meister in die Lehre, nehmen seine Ideale auf und streben dann danach, sie zu leben. Dabei sind die Strömungen durchaus unterschiedlich. Klassisch ist der einsame alte Eremit im Wald, welcher seinen Schülern eine Philosophie des natürlichen Lebens, der eigenen Stärke und der Harmonie mit allem vermittelt. Doch gibt es auch hochzivilisierte Denkschulen, welche den Zweikampf als eine Mischung aus anmutigem Tanz und erhabenem Sport auffassen, disziplinierte Gruppen, welche sich im gemeinsamen Handeln üben und Loyalität als einen heiligen Wert auffassen oder gar modern-suspekte Anarchisten, die danach streben, die seltsamen Techniken der Außervenusischen in ihre Kampfweise und ihr Leben zu inkorporieren.
Ein derart freies Leben muss man sich natürlich erst einmal leisten können, und so sind beinahe alle venusische Krieger entweder selbst von Adel, oder zumindest von einer adligen Matriarchin unterstützt (die sich einen besonders herrlichen Mann als Ergebnis erhofft.)
Die 35 Fähigkeitspunkte müssen harmonisch nach folgendem Leittalent verteilt sein:
Mord&Totschlag: Mindestens 6 Punkte (Leittalent)
In Corpore Sane: Punkte nach Leittalent
Herumgefrikkel: Punkte nach Leittalent
Kephalogos: Punkte nach Leittalent
Sozialismus: Punkte nach Leittalent
Wie jeder Charakter besitzt der venusische Krieger einen Zustand von 20 + In Corpore Sane.
Klassenspezifische Eigenschaften
Physiomorph
Während die Frauen der Venus ihre Begabungen vor allem in abstrakteren oder mystischeren Bereichen suchen, konzentrieren sich die Männner ganz auf sich selbst. Jahrtausende der Zuchtwahl, die Auswirkungen der seltsamen Wirkstoffe auf der Venus und unablässige Selbstdisziplin haben zu einer beinahe magisch zu nennenden Kontrolle des eigenen Selbst geführt, insbesondere in den Kriegerschulen. Venusische Krieger können allein mit der Macht ihres Verstandes und ein wenig Venusdroge ihre verschiedenen Stärken an einem Punkt sammeln. Sie opfern ein wenig von allem, um in einem Feld zu großartigen (und von Matriarchinnen beachtenswerten) Leistungen im Stande zu sein.
Nimmt ein venusischer Krieger eine Dosis Venusdroge ein, so ist er imstande, eine beliebige Fähigkeit für eine halbe Stunde bis auf das Doppelte zu steigern, Dafür müssen alle anderen Fähigkeiten gleichmäßig um die entsprechenden Punkte vermindert werden. Auch gilt im Zweifelsfall das Harmonieprinzip, so dass der Krieger manchmal bestimmte Verteilungen nicht durchführen kann.
Nach dieser halben Stunde vermindert sich die Fähigkeit um den erhöhten Betrag für eine weitere halbe Stunde, in der der Krieger diese Fähigkeit nicht noch einmal nutzen kann.
Der Krieger kann eine zusätzliche Dosis Venusdroge nehmen, um alle Regeln zu ignorieren. Für jede weiter Dosis kann er entweder die zu steigernde Fähigkeit über das doppelte Maß hinaus steigern oder eine andere Fähigkeit gegen das Harmonieprinzip senken. Nach der halben Stunde ist diese Fähigkeit für die nächste halbe Stunde völlig lahmgelegt und der venusische Krieger ist damit beschäftigt, zu röcheln und zu japsen.
Venusgeboren
Alle Venusbewohner können die Venusdroge in ihrer natürlichen Form selbstverständlich gefahrlos zu sich nehmen. Außerdem nutzt ihr Körper sie besser, so dass für sie bereits eine halbe Dosis volle Wirkung entfaltet.
Der venusische Krieger kann die Eigenschaft Noblesse obligè in der venusischen Form besitzen.
Ausrüstung
Venuskrieger besitzen natürlich eine Waffe, auf die sie auch spezialisiert sind. Darüber hinaus nennen sie eine lederne Rüstung ihr eigen, (Zustand: 10, zieht einen Erfolg von allen Nahkampfangriffen ab, wenn getragen), die leichte, dschungelgeeignete Kleidung der Venus, zehn Franken in venusischer lokaler Währung, zehn (venusische) Dosen der Venusdroge und eine der folgenden drei Besitztümer:
- Eine Überlebensausrüstung für die venusische Wildnis.
- Ein Musikinstrument für venusische Adelshöfe, auf das sie auch spezialisiert sind (Herumgefrikkel)
- Eine schwere statt der leichten Rüstung, (Zustand 20, -3 auf alle Nahkampferfolge)
Die Venushexe
Fragt man einen beliebigen irdischen Kosmonauten, so wird er einem sicherlich bestätigen, dass alle venusischen Frauen zweifelsohne Hexen sind, welche Männer verzaubern und die anständigen Gesetze der Physik verdrehen können. In Wirklichkeit aber, obgleich alle venusischen Frauen zumindest latent psionisch begabt sind, wird nur ein geringer Teil von ihnen in diesen Fähigkeiten formal ausgebildet. Das Angebot für die Lehrenden ist reichlich, denn die meisten jungen Frauen träumen von dem Ansehen, den der Status als fähige Psionikerin mit sich bringt.So kommt es, dass nur die Begabtesten zu Hexen ausgebildet werden - und diejenigen, welche die Mittel haben, mehrere Jahre mit Müßiggang zu verbringen. Venushexen sind daher, wie die Krieger, zumeist einem adligen Hause angehörig oder werden, wenn talentiert, von diesem unterstützt.
Dabei sind die Hexen, ähnlich wie die Krieger, keine formale Kaste. Vielmehr wird die psionische Begabung als besonderes Talent verstanden, welches unterstützenden Charakter hat und den Fähigkeiten der Hexe in anderen Bereichen zunutze kommt. So gibt es kämpferische Telekinetikerinnen, medizinisch orientierte Telepathinnen oder sogar Pyrokiinetinnen, die ihre Fähigkeiten in der Landwirtschaft nutzen. Anders als bei den Kriegern wird hier keine bestimmte philosophische Richtung verfolgt, vielmehr ist die gewählte Richtung ein Amalgam aus den Vorlieben der Lehrmeisterin, den Forderungen der Matriarchin und dem festen Willen der Hexe selbst.
Denn vor allen anderen Dingen verlangt die Ausbildung zur Hexe eiserne Selbstbeherrschung. Zwar sind Venusierinnen von ihrer Physis her sehr viel besser für den Umgang mit der Venusdroge geeignet. Aber auch ihre Körper haben Grenzen - welche die Hexe, Tag für Tag, hinauszuschieben lernt. Und so ist das Psionikerinnentum auf der Venus auch normalerweise ein hervorragender Ausgangspunkt für den Aufstieg zur Matriarchin. Venushexen verkörpern, ähnlich wie ihre männlichen Pendants, das ideal der Venusierin: Ernsthaftigkeit, Selbstbeherrschung, ein eiserner Wille und die Fähigkeit, die Welt nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Und auch wenn nicht jedes kleine Mädchen einmal eine Hexe sein wird, so hat es doch bestimmt zumindest einmal schon davon geträumt.
Die 35 Fähigkeitspunkte müssen harmonisch nach folgendem Leittalent verteilt sein:
Mord&Totschlag: Punkte nach Leittalent
In Corpore Sane: Punkte nach Leittalent
Herumgefrikkel: Punkte nach Leittalent
Kephalogos: Mindestens 6 Punkte (Leittalent)
Sozialismus: Punkte nach Leittalent
Wie jeder Charakter besitzt die Venushexe einen Zustand von 20 + In Corpore Sane.
Klassenspezifische Eigenschaften
Venusgeboren
Alle Venusbewohner können die Venusdroge in ihrer natürlichen Form selbstverständlich gefahrlos zu sich nehmen. Außerdem nutzt ihr Körper sie besser, so dass für sie bereits eine halbe Dosis volle Wirkung entfaltet.
Gipfelpunkt der Psionik
Venushexen sind die unbestrittenen Meisterinnen der Psionik, und ihre Fähigkeiten im Umgang mit Droge und Geist suchen im ganzen Sonnensystem ihresgleichen. Venushexen nutzen sowohl die Sonderfähigkeiten des Mystikers wie auch des Mentalisten vollständig. Dosieren bezieht sich in diesem Fall auf die Venusdroge - Venushexen können eine (venusische) Dosis der Venusdroge auf das Zehntel genau einteilen, die Techniken wirken entsprechend.
Ferner sind Venushexen besser an die Droge gewöhnt - Überdosierung setzt bei ihnen erst ab der dritten Dosis über Norm ein.
Venushexen beginnen das Spiel mit drei psionischen Techniken.
Die Venushexe kann die Eigenschaft Noblesse obligè in der venusischen Form besitzen.
Ausrüstung
Venushexen tragen einen verzierten Wanderstab als Standeszeichen, de mitunter auch als Waffe verwendet werden kann. Natürlich verfügen sie über ausreichende Mengen an Venusdroge (30 venusische Dosen), angemessen edle Kleidung (und einen alternativen Satz für den täglichen Gebrauch) und fünfzehn Franken in venusischer Währung. Darüber hinaus besitzen sie noch eines der drei folgenden Besitztümer:
- Eine Ansammlung venusischer medizinischer Drogen nebst Wundzeug (20 Anwendungen, +3 auf medizinisches Herumgefrikkel)
- Das verbriefte Recht, im Auftrag eines mächtigen Adelshauses als Richterin/Investigatorin auftreten zu dürfen (was auch andere Häuser oftmals gerne nutzen, bei entsprechendem Ansehen).
- Eine Nahkampfwaffe, auf die sie auch spezialisiert sind.
Der venusische Ehrenkodex und die Vorrechte des Adels
Noblesse obligé hat auf der Venus nicht dasselbe Gewicht wie auf der Erde. Obwohl die Venus lokale Währungen kennt, so gibt es doch kaum großflächige Kommunikation oder gar ein Bankenwesen. Venusische Adlige genießen vielmehr die Vorzüge, einen bekannten Namen als ihren eigenen oder den ihrer Matrone anführen zu dürfen. Diese Vorteile sind im einzelnen:- Gastrecht. Jede auch nur halbwegs anständige adlige Matriarchin wird selbstverständlich ihre Standesgenossinnen bewirten und versorgen - und erwartet im Gegenzug das Gleiche, wenn sie auf Reisen ist.
- Rechtsprivilegien. Venusische hohe Familien herrschen uneingeschränkt über ihre Domänen und jeder nichtadlige Wanderer ist unbeschönigt völlig rechtlos. Adlige hingegen werden im Streitfall für gewöhnlich ihren Familien übergeben - nur bei besonders hässlichen Fehden gibt es Ausnahmen.
- Standesansehen. Alle Venusier achten ihre Aristokraten und begegnen ihnen mit Respekt und Ehrfurcht.
- Hausrecht. In der eigenen Domäne sind Aristokraten zumeist völlig sorgenfrei. Wenn sie es sich nicht mit ihrer Matriarchin verscherzen, können sie daheim alle Vorzüge eines privilegierten Lebens genießen ... und manche Domänen sind groß. Auch können sie in einem gewissen Rahmen die Mittel des Hauses für sich beanspruchen - und mitnehmen.
- Familienstärke. Mächtige Sippen passen auf sich selbst auf, und eine venusische Adlige kann durchaus Hilfe erwarten, wenn sie in Schwierigkeiten gerät. Im Rahmen des Möglichen, natürlich.
Dies alles gilt für Venusmänner in vermindertem Maße - man wird sie nach ihrer Frau oder Mutter fragen - doch ist es auch für sie durchaus noch relevant.
All diese Vorteile haben natürlich einen Preis - die entsprechende Adlige sollte bei ihrer Matriarchin in gutem Ansehen stehen und den eigenen Namen nicht beschmutzen. Ist sie erst einmal als schwarzes Schaf bekannt - leidet ihr Ruf - werden andere Aristokraten der unbotmäßigen Tochter mit mehr Herablassung begegnen und die eigene Familie nicht mehr so hilfsbereit sein. Der venusische Ehrenkodex ist natürlich eine Vereinfachung, doch als Richtlinie recht nützlich.
Die Regeln sind:
- Ehre dein Haus! Venusische Adlige gehorchen ihrer Matriarchin, halten alte Freundschaften - und Feindschaften - ein und stellen sich niemals, verbal oder in ihren Handlungen, gegen die Interessen der eigenen Familie. Selbst ein loyaler Ferind wird höher geehrt als ein nützlicher Verräter.
- Ehre dich selbst! Venusische Adlige achten auch auf ihr eigenes Ansehen. Eine Aristokratin, die sich von Bauern beleidigen lässt, verliert schneller an Ansehen, als sie "Hilfe, Hilfe, ich werde unterdrückt" sagen kann. Doch auch im höfischen Spiel duldet sie nur ein gewisses Maß an reizvollen kleinen Frivolitäten mit ihrer Ehre.
- Halte den Standard! Adlige pflegen einen gewissen Lebensstil und machen sich nur in Notfällen mit dem einfachen Volk gemein. Fehlende Mittel mögen vielleicht ertragen, doch niemals gezeigt werden.
- Wahre den Anstand! Eine Regel, die in den letzten Jahren weniger und weniger zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. Natürlich ist das venusische System von Matriarchat, Feudalismus und Aristokratie über jeden Zweifel erhaben, doch bringen diese Fremden aus dem Weltraum manchmal gefährliche Ideen mit sich. Eine anständige Venusierin wahrt natürlich die alten Sitten und versucht immer, gemäß dem Ideal der echten Venusfrau zu leben. Dieses Prinzip gilt in vielleicht noch stärkerem Maße für Männer, die ansonsten die Regeln durchaus lockerer auslegen können. Immerhin sind es nur Männer.
Und damit wären wir am Ende ... vorerst jedenfalls. Ich habe hier und dort ein paar Ideen unsystematisch irgendwo reingepackt, wenn ich mich erst da wieder daran erinnert habe, dass sie wichtig sind. Ich könnte auch sehr viel mehr schreiben - aber, wie gesagt, es darf auch nicht überwältigen. Natürlich sind die Außerirdischen nicht für unerfahrene Rollenspieler gedacht. Ich denke, man bräuchte wirklich eine Art Tabelle ...
Das Layout ... naja, was so ein Blog eben hergibt. Gerade die Listen sind nicht leicht zu lesen. Aber im Zweifelsfall kann man mich ja auch fragen. Wenn ich mich denn erinnere ... oder es nicht einfach umschmeiße, weil mir was Besseres eingefallen ist.
Große Galaxis, ich hasse Nachbesserungen. Aber ich werde wohl nicht darum herumkommen. Na, fürs erste ist es, denke ich, spielbar.
Wer will es ausprobieren?
Kommentare
Kommentar veröffentlichen