Ich bin in der heutigen Nacht zu der Überzeugung gekommen, dass Schlaf überflüssig ist.
Nein, vielmehr umgekehrt: Die Überzeugung ist zu mir gekommen. Sie hat sich meiner bemächtigt, und mich vollkommen beherrscht.
In der wirren Phase, zwischen Schlafen und Wachen, wenn man die Gedanken von der Leine lässt, da war ich mir auf einmal absolut sicher: Was ich hier tue, ist eine frivole Extravaganz, ein dekadenter Luxus. Schlaf. Und das noch, regelmäßig, jeden Abend. Natürlich, meine Laster halte ich ein. Nur meine Pflichten, die vernachlässige ich.
Am selben Tag würde ich einen Freund besuchen. Und in diesem Nachtmoment war ich mir sicher - mit irrwitziger Klarheit sicher - dass der in diesem Moment fraglos mit etwas sehr viel Sinnvollerem beschäftigt war, als mit einer derartigen Zeitverschwendung. Es war um halb drei.
Eine tiefere Ursache? Möglicherweise.
Vage Schuldgefühle, zu weiche Matratze, zu viel Schlaf, Westerwelles eindrucksvolles Predigen gegen die ungehemmte spätrömische Dekadenz - wer weiß?
Aber worauf es mir eigentlich ankommt, ist der Eindruck, das Gefühl, das ich hatte. Ich war mir sicher.
Jene Klarheit, die man hat, wenn sich ein komplexes Rätsel auflöst, eine neue Erkenntnis findet, eine neue Verknüpfung aufbaut - sie war präsent. In ihrer Qualität ununterscheidbar von den Momenten, in denen die neue Erkenntnis nicht vollkommener Blödsinn ist. Mein Gefühl hat mich getrogen.
Solche wirren Augenblicke habe ich schon an anderer Stelle erlebt - besopnders häufig, wenn es um Mathematik geht. Die Erkenntnis, dass sieben mal sieben eigentlich vierzehn ergeben muss, hat mich nie ganz losgelassen.
Wäre ich neurologisch versierter, könnte ich ein wenig gehaltvoller spekulieren. Aber auch so ist der Schluss einfach. Der Eindruck einer wahren Erkenntnis ist nur das, ein Eindruck eben. Das Ergebnis gewisser biochemischer Vorgänge, welche Ursachen haben. Ursachen, die völlig ohne jeden Bezug zu dem bedachten Objekt existieren - oder auch nur zu solchen Konzepten wie "real" und "logisch" und "wahr".
Was mit unserem Hirn passiert, wenn wir uns einen Elephanten denken, hat keinen nichts zu tun mit solchen Dingen wie "grau" "groß" und "mit einem Rüssel behaftet". Es ist eine Illusion.
So unverzichtbar, wie sie sein mag: Ohne skeptisches Denken, ohne einen unabhängigen Mechanismus ist sie trügerisch.
Der alte Mann mit der lustigen Taschenlampe hatte Unrecht. Sich von seinen Gefühlen leiten zu lassen, ist eine ziemlich dämliche Idee.
Es raubt einem den Schlaf.
Nein, vielmehr umgekehrt: Die Überzeugung ist zu mir gekommen. Sie hat sich meiner bemächtigt, und mich vollkommen beherrscht.
In der wirren Phase, zwischen Schlafen und Wachen, wenn man die Gedanken von der Leine lässt, da war ich mir auf einmal absolut sicher: Was ich hier tue, ist eine frivole Extravaganz, ein dekadenter Luxus. Schlaf. Und das noch, regelmäßig, jeden Abend. Natürlich, meine Laster halte ich ein. Nur meine Pflichten, die vernachlässige ich.
Am selben Tag würde ich einen Freund besuchen. Und in diesem Nachtmoment war ich mir sicher - mit irrwitziger Klarheit sicher - dass der in diesem Moment fraglos mit etwas sehr viel Sinnvollerem beschäftigt war, als mit einer derartigen Zeitverschwendung. Es war um halb drei.
Eine tiefere Ursache? Möglicherweise.
Vage Schuldgefühle, zu weiche Matratze, zu viel Schlaf, Westerwelles eindrucksvolles Predigen gegen die ungehemmte spätrömische Dekadenz - wer weiß?
Aber worauf es mir eigentlich ankommt, ist der Eindruck, das Gefühl, das ich hatte. Ich war mir sicher.
Jene Klarheit, die man hat, wenn sich ein komplexes Rätsel auflöst, eine neue Erkenntnis findet, eine neue Verknüpfung aufbaut - sie war präsent. In ihrer Qualität ununterscheidbar von den Momenten, in denen die neue Erkenntnis nicht vollkommener Blödsinn ist. Mein Gefühl hat mich getrogen.
Solche wirren Augenblicke habe ich schon an anderer Stelle erlebt - besopnders häufig, wenn es um Mathematik geht. Die Erkenntnis, dass sieben mal sieben eigentlich vierzehn ergeben muss, hat mich nie ganz losgelassen.
Wäre ich neurologisch versierter, könnte ich ein wenig gehaltvoller spekulieren. Aber auch so ist der Schluss einfach. Der Eindruck einer wahren Erkenntnis ist nur das, ein Eindruck eben. Das Ergebnis gewisser biochemischer Vorgänge, welche Ursachen haben. Ursachen, die völlig ohne jeden Bezug zu dem bedachten Objekt existieren - oder auch nur zu solchen Konzepten wie "real" und "logisch" und "wahr".
Was mit unserem Hirn passiert, wenn wir uns einen Elephanten denken, hat keinen nichts zu tun mit solchen Dingen wie "grau" "groß" und "mit einem Rüssel behaftet". Es ist eine Illusion.
So unverzichtbar, wie sie sein mag: Ohne skeptisches Denken, ohne einen unabhängigen Mechanismus ist sie trügerisch.
Der alte Mann mit der lustigen Taschenlampe hatte Unrecht. Sich von seinen Gefühlen leiten zu lassen, ist eine ziemlich dämliche Idee.
Es raubt einem den Schlaf.
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