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Posts

Es werden Posts vom August, 2011 angezeigt.

Nachtwahn

Ich bin in der heutigen Nacht zu der Überzeugung gekommen, dass Schlaf überflüssig ist. Nein, vielmehr umgekehrt: Die Überzeugung ist zu mir gekommen. Sie hat sich meiner bemächtigt, und mich vollkommen beherrscht. In der wirren Phase, zwischen Schlafen und Wachen, wenn man die Gedanken von der Leine lässt, da war ich mir auf einmal absolut sicher: Was ich hier tue, ist eine frivole Extravaganz, ein dekadenter Luxus. Schlaf. Und das noch, regelmäßig, jeden Abend. Natürlich, meine Laster halte ich ein. Nur meine Pflichten, die vernachlässige ich. Am selben Tag würde ich einen Freund besuchen. Und in diesem Nachtmoment war ich mir sicher - mit irrwitziger Klarheit sicher - dass der in diesem Moment fraglos mit etwas sehr viel Sinnvollerem beschäftigt war, als mit einer derartigen Zeitverschwendung. Es war um halb drei. Eine tiefere Ursache? Möglicherweise. Vage Schuldgefühle, zu weiche Matratze, zu viel Schlaf, Westerwelles eindrucksvolles Predigen gegen die ungehemmte spätrömische ...

Die Entdeckung der Langsamkeit

Da wurde mir also, gestern erst, ein altes - na, sagen wir lieber klassisches - Computerspiel ins Haus geliefert. Und am Abend des selben Tages saß ich vor der Maschine, blickte zur Uhr und stellte fest, dass die Zeit höchst angenehm verflogen war. Was war passiert? Die Essenz (Dungeon Keeper 2) spielt eigentlich keine Rolle. Hier geht es um die Form. Den ganzen Nachmittag lang habe ich also erst fröhlich kleine Welten konstruiert und dann ein wenig gemordet. Wie es so Sitte ist in dieser Form der Unterhaltung. Aber mein höchstes Vergnügen habe ich aus den langen Momenten gezogen, in denen ich einfach meinen Blick über mein vollkommen irreales Reich schweifen ließ. Mein Werk bewundert habe - und ein wenig damit gespielt, im Geiste. Die Geschichte weitererzählt, über die Begrenzungen der Maschine hinaus. Auch - ich gebe es gern zu - ein wenig mit meinen Figuren geplaudert. Komödie gemacht. All das war möglich, weil das Spiel ein sehr menschliches Tempo vorgegeben hat. Ich hatte Zei...

Ein Anfang

Also: Was soll das hier nun werden? Ein Weblog? Offensichtlich? Nein. Ein Blog besteht aus mehr als nur Texterei. Interaktion mit der Leserschaft - oder überhaupt eine Leserschaft. Kontext. Querverweise. Die Anerkennung durch andere Schreiberlinge. Themenstämme. Tradition und eine gewachsene Natur. Also kein Blog. Nur ein besser gekleidetes Tagebuch, öffentlich? Na, so wenig vielleicht nun auch wieder nicht. Eventuell ... die Möglichkeit eines Blogs. Die Möglichkeit, zu experimentieren. Die Möglichkeit, zu schleifen. Meinen Stil, meine Fähigkeiten, mich selbst. Die Möglichkeit, zu lernen. Wie man einen Blog schreibt, für den Anfang. Könnte ja zu irgend etwas gut sein. Und gefüllt wird er mit ... Nun, was sich eben findet. Alles, was Eskapismus ausmacht. Bücher und Spiele, Filme und Comics. Webclips. RPG. Fanfiction. Besonders storylastige Pornographie. Konstruierte alternative Realitäten. Das einzige Selektionskriterium ist meine Laune und mein eher enger Horizont. Dazwisch...